#bauchreinbrustraus: Was ich beim Orthopäden Neues (über mich) gelernt habe

Wie ich in meinem letzten Eintrag schon beschrieben hatte, habe ich die vier Wochen bis zu meinem ersten Facharzttermin mit Ibuprofen-Schmerztabletten überbrückt. Jeden Tag eine. Manchmal auch zwei, je nachdem wie es mir ging. Und ich wusste, dass es ein schwerer erster Arzt-Termin werden wird.

 

Warum ein schwerer Termin? Ich hatte ja tagsüber keine Schmerzen im Rücken. Im Brustkorb auch nicht wirklich. Vielleicht hast Du das auch schon mal gehabt - eine Stelle an der Du mal Schmerzen hattest und dann noch so einen „Restschmerz“ spürst an der Stelle – genau so ging es mir tagsüber. Nachts war die Hölle, am Tag alles soweit in Ordnung. Es war also schwer für mich, dem Orthopäden den Schmerz zu beschreiben, weil ich ihn in dem Moment nicht gespürt habe und auch nicht „heraufbeschwören“ konnte.

 

Ich habe ihm gesagt: „Ich wache mitten in der Nacht auf und habe unfassbare Rückenschmerzen und mittlerweile auch Schmerzen im Brustkorb, sodass ich nicht mehr weiß, wie ich liegen soll. Ich drehe mich im 10-Minuten-Takt um eine Vierteldrehung. Und wenn ich morgens aufstehe und mich ein wenig bewege, ist es fast wie als wäre nie etwas gewesen.“

 

Dann soll ich mir das Oberteil ausziehen. Der Doc drückt und klopft und fragt das obligatorische „tut das weh? Oder das? Wie siehts damit aus?“. Nichts. Tagsüber habe ich ja nichts. Er schickt mich mit seiner Assistentin ins Nebenzimmer zum Röntgen. Schutzgurt um die Nieren, Rücken und Brustkorb abgescannt, fertig. Ein paar Minuten müssen wir auf die Bilder warten, dann kommt der Doc mit den Bildern zurück ins Behandlungszimmer.

 

Seine Aussage: „Also Herr Mayer, ich kann jetzt hier wirklich nichts erkennen. Ihr Rücken sieht völlig normal aus. Haben Sie irgendwas anders gemacht in letzter Zeit?“

 

Ich: „Nein. Alles wie sonst auch. Ich habe ein paar Kilo zugenommen. Liegt es vielleicht daran?“

 

Doc: „Wie viel haben Sie denn zugenommen?“

 

Ich: „Naja, so 4-5 Kilo bestimmt.“

 

Doc: „Ja gut, von den paar Kilos bekommen Sie keine Rückenschmerzen. Wenn Sie jetzt 20 gesagt hätten, wäre das was anderes. Wie geht’s Ihnen denn psychisch gerade?“

 

Ich: „Wie meinen Sie das?“

 

Doc: „Naja, haben Sie mit Rückschlägen zu kämpfen? Ist in Ihrem Umfeld etwas passiert?“

 

Ich: „Eigentlich ist alles wunderbar. Meine Freundin ist schwanger, im Job passt soweit alles, alle gesund.“

 

Doc: „Auch sehr positive Dinge können sich psychisch negativ auswirken.“

 

Das wusste ich vorher noch nicht, dass ich salopp gesagt „vom Glücklichsein Rückenschmerzen bekommen kann“.

 

Ich wieder: „So krass ist es wirklich nicht. Die Schwangerschaft meiner Freundin ist für mich sogar recht unterhaltsam manchmal“.

 

Doc: „Na gut, ich kann echt gerade nichts für Sie machen. Ich schreib Ihnen mal ein Privatrezept für einen Osteopathen.“

 

PRIVATrezept. Das heißt es wird teuer, wenn ich das einlöse. Zuhause habe ich dann mal gegoogelt, wie teuer so eine Stunde beim Osteopathen ist. Da musste ich dann kurz schlucken, als ich gelesen hab, dass Du da schon dreistellig planen musst. War damit abgehakt, das Geld hatte ich nicht.

 

Also ging es für mich weiter auf Lösungssuche. Nächster Halt: Hausärztin. Bei ihr fühlte ich mich bisher immer gut behandelt. Ihr habe ich dann auch wieder alles erklärt. Und sie hat dann einen ganz anderen Weg eingeschlagen. Mehr dazu in meinem nächsten Eintrag.

 

Danke, dass Du immer noch dabei bist! Wenn Du Fragen hast, melde Dich gerne per Mail oder hinterlasse einen Kommentar.

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Kommentare: 1
  • #1

    Matthias Achtzehn (Donnerstag, 29 Juli 2021 15:16)

    Ich bin wirklich erschüttert über dein Schicksal. Ich wünsche dir nur das Beste und ich hoffe das ich dich mal wieder sehe