#bauchreinbrustraus: "Das geht schon wieder vorbei"

In den nächsten Blogs möchte ich Euch von der Zeit vor meiner Diagnose erzählen. Quasi der Weg dorthin. Es war ein langer Weg. Und ein teilweise auch total irrer Weg.

 

Es ist wirklich furchtbar, dass Morbus Bechterew bei vielen Menschen jahrelang nicht entdeckt wird. Da wird an den falschen Stellen angesetzt, im falschen Heuhaufen nach der Nadel gesucht. Ganz lange Zeit wusste auch ich nicht, was da in mir schlummert. Mit jeder schmerzverzerrten, schlaflosen Nacht fühlte es sich länger an.

 

Nach meinem Umzug in die 1-Zimmer-Wohnung hatte ich sehr mit meinem Rücken zu kämpfen. Ich dachte, dass es an den Strapazen des Umzugs lag. Das ganze Schleppen geht nun mal auf den Rücken. Aber die Nächte darauf waren auch sanft ausgedrückt "nicht so prickelnd". Und deshalb musste da irgendwas anderes sein. Kleiner Fakt am Rande: die ersten Symptome von Morbus Bechterew zeigten sich bei mir mitten in der Nacht - meistens in der zweiten Nachthälfte. Wieso, weshalb, warum, darauf werde ich im Laufe des Blogs noch genauer eingehen.

 

In Deinem Alltag verdrängst Du das Thema aber immer wieder. Du vergisst, Dich darum zu kümmern oder Dich damit zu befassen. Es gibt halt einfach "wichtigere Dinge". Und es sind ja auch "nur Rückenschmerzen, das geht schon wieder vorbei." Aber es ging nicht vorbei. Im Gegenteil. Die Rückenschmerzen wurden schlimmer.

 

Meine Freundin meinte, ich sollte einfach mal wieder ein bisschen mehr Sport machen - am besten möglichst rückenfreundlich. Kräftigungsübungen mit dem eigenen Körpergewicht bieten sich da an, Joggen geht aber auch. Da gabs für mich keine Diskussion - ich wollte laufen. Ich liebe es zu laufen, auch lange Strecken. Wichtig ist laut meiner Freundin, dass ich es nicht gleich übertreibe, damit ich langsam die Mikromuskulatur im Körper aufbaue, die den ganzen Apparat stützt. Ich muss sagen, ich habe dank meiner Freundin echt viel über meinen Körper gelernt. Und ich sollte noch einiges mehr über meinen Körper lernen.

 

Das Joggen hat leider nur bedingt geholfen. Ich habe mich jeden Morgen um 6 Uhr vor der Arbeit aus dem Bett gequält. Gequält, weil ich die halbe Nacht nicht wirklich geschlafen hatte. Die Bewegung nach dem Aufstehen hat zwar richtig gut getan, aber irgendwann konnte ich mich nicht mehr dazu aufraffen. Die Schmerzen sind ja nicht direkt nach 1-2 Mal Joggen weg, sie sind dann immer noch da morgens. Und jedes Mal musst Du noch mehr Motivation aufbringen als normal. Da ziehst Du auch nicht lange durch. Ich kann mir vorstellen, dass da viele auch schon aufgeben und sich gar nicht mehr bewegen, "weil es eh nicht hilft". Aber immerhin hab ich in der Zeit ein paar Kilo verloren. Kilos, die ein paar Wochen und Monate später wieder drauf waren. Warum das, das werdet ihr auch noch hier lesen.

 

Wie geht es jetzt hier weiter? Ich hatte mich einige Wochen (und sogar Monate, shame on me!) mit den Rückenschmerzen herumgeplagt - erst dann habe ich versucht zum Arzt zu gehen. Du hast richtig gelesen: versucht! Denn was ich auf der Suche nach einem zeitnahen Arzttermin alles erlebt habe, das glaubt mir niemand wenn ich es erzähle. Ich muss es einfach niederschreiben - hier in diesem Blog. Mehr dazu im nächsten Teil. Ich sag nur so: das kannst Du Dir nicht ausdenken...

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